Googles Fred Update - Was steckt dahinter?

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Was eher noch als Scherz nach Beobachtungen von SEO Spezialist Barry Schwartz gedacht war, entwickelte sich in den letzten Wochen zum jüngsten großen Update in der Qualitätsoffensive von Google. Die Auswirkungen des mittlerweile von Google bestätigten und auf den Namen "Fred" getauften Updates, fallen dabei sehr unterschiedlich aus.

Website- & Shop-Betreiber erlebten über Nacht dramatische Verschlechterungen ihrer Rankings in Googles- Ergebnislisten. Aber wir konnten in einigen Fällen auch deutliche Verbesserungen in der eigenen SEO-Sichtbarkeit feststellen.

Lesen Sie hier, was hinter dem Fred Update steckt und ob auch Ihr Web-Projekt davon betroffen sein könnte!

Googles Qualitätsoffensive und -updates

Bereits 2011 startete Google seine weltweite Qualitätsoffensive zur Verbesserung der Relevanz seiner Suchergebnisse. Das "Panda" genannte Update brachte dabei einen "Neuen Algorithmus für hochqualitative Websites". Dieses erste sowie die nachfolgenden Updates wie Penguin & Co. sorgten dabei für Verunsicherung bei den Betreibern von Web-Projekten.

Wurden doch erstmals seit Googles Bestehen, Websites komplett aus dem Index entfernt oder deren Platzierungen soweit verschlechtert, dass die Besucher aus dem SEO-Kanal über Nacht um bis zu 80% zurück gingen.

Ziel dieser gravierenden Änderungen des Google Algorithmus war eine deutliche Verbesserung von Googles Suchergebnisseiten, um den eigenen Usern zukünftig bessere Treffer auf die eigene Suchanfrage anbieten zu können.

Das letzte Google Update dieser Art vor Fred war das Penguin 4.0 Update im vergangenen Herbst 2016. Mit diesem Update sagte Google gezielt dem sogenannten Webspam den Kampf an.

Aber anders als es die Qualitätsupdates auf den ersten Blick vermuten lassen, gab es neben den Verlierern auch immer zahlreiche Gewinner. So durften sich einige Webmaster, die bereits in der Vergangenheit ausschließlich auf seriöse SEO-Maßnahmen gesetzt hatten, über einen deutlichen Anstieg ihrer Sichtbarkeit freuen.

Penguin Penalty Recovery Beispiel

Beispiel für den signifikanten Anstieg der Sichtbarkeit durch das Penguin 4.0 Update, nach einer vorherigen Abstrafung durch Penguin 2.0.

Insbesondere der Verzicht auf das Kopieren fremder Inhalte und den Ankauf externer Links (Bad Neighbourhood Problematik) bewahrten viele Website-Betreiber vor einer Abstrafung durch Google.

Wer ist vom Fred Update betroffen?

Um die Veränderung des Google Algorithmus besser nachvollziehen zu können, überprüften die Kollegen von Sistrix für ihre ausführliche Analyse zum Fred Update über 300 Domains.

Bringen wir nun diese Studie mit den vorherigen Beobachtungen von Berry Schwartz zusammen, ergibt sich ein recht klares Bild der betroffenen Web-Projekte.

Das sind die Faktoren für eine mögliche Abstrafung durch das Fred Update:

Thin Content

So scheint zu "dünner Content" ein wichtiger Faktor für eine mögliche Penalty durch das Fred Update zu sein. Darunter versteht Google Websites, die durch sehr wenige oder nicht selbst erstellte (kopierte) Inhalte versuchen, gute Rankings zu erzielen.

Hierzu zählen oft auch schlecht übersetzte Texte und Fachtexte, die deutlich zu kurz ausfallen, um einem Besucher der Website einen echten Mehrwert zu bieten. Aber auch überoptimierte SEO Texte, also Inhalte, die einer reinen Ansammlung von Suchbegriffen gleichen, fallen unter diese Kategorie.

Zu viele Werbeplatzierungen

Thin Content finden wir auch sehr häufig bei Websites, die nur als Werbeplattformen dienen. Sistrix verwendet hier in seiner Studie zum Fred Update das sehr anschauliche Beispiel der Seite www.freewarefiles.com.

Ein klassisches Beispiel für ein negatives Verhältnis von Werbeflächen zu Inhalt.

Im Screenshot erkennen Sie deutlich die beiden Werbeblöcke oberhalb und rechts neben dem eigentlichen Inhalt. Dieser Inhalt wiederum besteht nur aus Linksammlungen. Die Website verfügt also kaum über eigene und thematisch relevante Inhalte, sondern soll den Besucher nur zum Klicken auf einen der Werbe-Links motivieren.

"Werbung statt Hilfe"

Berry Schwartz spricht in seinem Blog Post über die betroffenen Seiten: "not all meet the "purpose is to generate ad revenue over help users" type of form, but I think many of them do"

Was er damit meint ist, dass auffällig viele der abgestraften Websites aus dem Bereich Tipps & Tricks und DIY (do it yourself) kommen. Diese Ratgeber-Seiten sind bei Besuchern in der Regel sehr beliebt, da sie kostenfrei wertvolle Ratschläge vermitteln.

Diese Seiten erfreuen sich in den letzten Jahren sehr großer Beliebtheit im WWW und das nicht nur bei den SEO´s.

Finanziert werden diese Projekte meist über die Einnahmen durch Werbeplatzierung. Doch hier fordert das Fred Update scheinbar einen klaren Fokus auf den Ratgeber-Charakter gegenüber der Platzierung von Werbeflächen.

Gut ersichtlich wird dies im ebenfalls abgestraften DIY-Projekt www.easydiyandcrafts.com. Dem Besucher werden hier bereits ohne zu Scrollen primär großflächige Werbeanzeigen präsentiert. Flankiert werden diese durch weitere große Werbebanner, wenn der User weiter nach unten scrollt.

Werbebanner "above the fold" lenken den Besucher vom Content ab uns stören auch das Fred Update

Das Fred Update bewertet die Werbeflächen hier scheinbar zu dominant im Verhältnis zum eigentlichen Inhalt, den der User beim Besuch der Website erwarten würde.

Die Auswirkungen dieses Qualitätsupdates

Wenn wir uns einmal den Sistrix Sichtbarkeitsindex von www.easydiyandcrafts.com ansehen, dann sind die gravierenden Auswirkungen des Fred Updates gut zu erkennen.

Diese Website ist von einem Penalty des Fred Updates betroffen.

Die Sichtbarkeit ist hier massiv eingebrochen, was einen unmittelbaren Rückgang der Besucher und damit auch des Umsatzes zur Folge haben dürfte.

Hierin liegt die konkrete Gefahr von Fred für Website- & Webshop-Betreiber: Praktisch über Nacht können sich ihre bisherigen Top Platzierungen bei Google in Ladenhüter auf Seite 10 fortfolgende verwandeln.

Dass es aber auch anders geht beweist dieses Beispiel eines unserer Kunden aus dem IT Bereich: Er bietet auf seiner WordPress Website in gleich 3 parallelen Blogs wertvolle Insights und Fachwissen aus erster Hand.

200% Gewinn in der Sistrix Sichtbarkeit Dank des Fred Updates.

Fred belohnt hier die konsequente Ausrichtung des Web-Projektes auf hochwertigen Content und relevante Fachbeiträge. Allerdings finanziert sich ein solcher Mittelständler in der Regel auch nicht über Werbeeinnahmen, wie es viele der beliebten Projekte im WWW tun!

Ist Ihr Web-Projekt durch Fred gefährdet?

Ob Sie und Ihr Web-Projekt vom Fred Update betroffen sind, können Sie recht einfach selber feststellen:

Kontrollieren Sie einfach die Entwicklung Ihrer Besucherzahlen und insbesondere der Zugriffe aus Googles Organischer Suche (also dem SEO Kanal).

Eine solche Kurve der Besucherzahlen wie hier aus Google Analytics kann ein Anzeichen für das Fred Update sein

Sollten die Besucher wie in diesem Beispiel plötzlich massiv abgenommen haben, könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass Sie vom Fred Update betroffen sind.

Durch den Einsatz eines SEO Tools wie Xovi, Searchmetrics oder Sistrix können Sie diese Vermutung zusätzlich überprüfen.

Sollten Sie den dringenden Verdacht eines Penaltys durch das Fred Update haben, empfehle ich Ihnen, den Kontakt zu einer spezialisierten Agentur zu suchen. Je nach Website- & Shop-System empfiehlt sich zum Beispiel eine Shopware Agentur oder Spezialisten für Typo3, Magento & Co.

Die Kollegen verfügen über das spezifische Fachwissen, um Ihr Web-Projekt zu analysieren und die konkreten Ursachen für das Fred Penalty zu finden.

Wie Sie sich vor weiteren Google Updates schützen können

Der beste Schutz für Ihr Web-Projekt gegen die Gefahr durch Google Penaltys ist die Einhaltung der Webmaster Richtlinien von Google. In ihnen beschreibt Google, welche Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) sowie zur Website-Gestaltung verwendet werden dürfen und welche nicht.

Die Einhaltung der Webmaster Richtlinien kann Sie vor den negativen Auswirkungen neuer Google Updates schützen

Durch technische Maßnahmen, wie der Ausstattung Ihrer Website mit einem SSL Zertifikat, können Sie sich von weniger seriösen Web-Projekten abheben.

Vor allem sollten Sie die Menge & Qualität Ihrer Website-Inhalte auf den Prüfstand stellen. Haben Sie Ihre Texte größtenteils selber erstellt und bieten diese Ihren Besuchern deutliche Mehrwerte?

Wenn nicht, sollten Sie Ihre Content-Strategie überdenken und zukünftig verstärkt auf "Klasse statt Masse" setzen!

Denn langfristig werden sich qualitativ anspruchsvolle Web-Projekte im WWW durchsetzen und Ihre Investition in die Erstellung relevanter Inhalte werden sich durch deutlich bessere Rankings auszahlen!

 

 

Über den Autor: 

Martin Ritter ist Geschäftsführer der WEBneo Internetagentur für Online Marketing in Dresden. Er beschäftigt sich seit über 9 Jahren mit der Entwicklung kreativer Konzepte für Webshops und Marketing Maßnahmen, vorranging im B2B Bereich. Zu seinen Referenzen zählen zahlreiche erfolgreiche E-Commerce Projekte für mittelständische Unternehmen und Konzerne.