Die Geschichte vom Backlink – Oder sind Backlinks doch Geschichte?

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Der Backlink – bis vor kurzer Zeit war er noch DAS Zauberwort im SEO-Bereich. Eigentlich wurde Linkbuilding fast als Synonym für die Suchmaschinenoptimierung verwendet. Doch wie es mit allem ist: Die Zeiten ändern sich.

Reiner Linkaufbau verliert mehr und mehr an Bedeutung. Natürlich ist es nicht so, dass Linkaufbau gar nicht mehr zu den SEO-Bausteinen gehört. Aber das Thema ist deutlich hinter anderen, wie zum Beispiel dem Content Marketing, wie auch die aktuellen SEO Trends 2015 belegen, zurückgetreten.

Das ist vor allem einer allgemeinen Unsicherheit geschuldet. Immer wieder fragen sich SEOs: Welche Backlinks darf man noch aufbauen? Bringen Foren-Links noch positive Effekte, bzw. Traffic? Welche Backlinks sind schädlich? Welche Kriterien müssen Backlinks erfüllen, sodass sie eine positive Rankingentwicklung mit sich bringen? Diese Fragen mussten in den letzten zwei Jahren immer wieder neu diskutiert werden. Eindeutige Antworten gibt es keine mehr.

Was bedeutet Linkbuilding?

Link Building

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Die Begriffe Linkaufbau/Linkbuilding klingen zunächst sehr technisch. In Wahrheit gehört, bzw. gehörte das Linkbuilding zum Basishandwerkszeug eines jeden SEOs. Der Linkaufbau ist Teil der OffPage-Optimierung und Weg zur Gewinnung neuer externer Links, sprich Backlinks. Das offensichtliche Ziel ist die Erhöhung der Anzahl qualitativer Backlinks, um die eigene Seite zu stärken. Wo früher noch konventionelle Strategien möglich waren, sind heute allerdings schon kreative Maßnahmen notwendig. Denn das magische Wort heißt: qualitativer Linkaufbau.

Was ist das Ziel von Backlinks?

Backlinks stellen Verweise einer Seite A zu einer anderen Seite B dar.  Der Suchmaschine signalisiert der Backlink die Relevanz der Seite B zu einem bestimmten Thema. Somit soll die Seite B im Sichtbarkeits-Index steigen und im besten Falle noch neue User generieren.

Wie wichtig sind Backlinks?

GUTE Backlinks sind weiterhin sehr wichtig. Für Ihre Seite und für Google. Das Problem ist nur: Google versucht sich seit geraumer Zeit von Backlinks unabhängig zu machen und für Sie wird es immer schwieriger, an einen wirklich guten Backlink zu kommen.

Was bedeuten Backlinks für Google?

Vor allem in der Anfangszeit waren Backlinks für Google sehr wichtig, da sie ein Relevanzsignal waren und Google halfen, das Thema einer Seite einzugrenzen. Somit wurden Backlinks auch zu einem entscheidenden PageRank-Kriterium. Seitdem hat sich allerdings einiges getan. Nun wurde Ende letzten Jahres der PageRank offiziell beerdigt. Das bedeutet zwar nicht, dass Google den Algorithmus gar nicht mehr nutzt - intern spielt er natürlich weiter eine Rolle - doch die regelmäßigen Updates des Toolbar PageRanks, die man sich mit Tools bisher anzeigen lassen kann, werden wohl nicht mehr fortgeführt.

Für das Linkbuilding bedeutet das, dass die Wirkung eines Backlinks auf eine Seite nun von viel mehr Faktoren abhängt. Der PageRank war recht einfach zu manipulieren – Früher war es möglich riesige Linktausch-Aktionen mit anderen SEO-Agenturen zu vereinbaren – Es mussten einfach nur sehr viele Backlinks aufgebaut werden. Egal wo, egal, wie und egal was.

Seit dem Reasonable Surfer Model von Google 2010 war nun ein entscheidendes Kriterium die Themenrelevanz. Der einfache Linkaufbau-Spam war nun schwieriger geworden. Die Lösung war der Linkkauf, bzw. -tausch. Um das zu unterbinden brachte Google zusätzlich noch ein Trustrank Update heraus. Entscheidend für den Linkaufbau wurden fortan Backlinks von vertrauenswürdigen Seiten. Diese waren nicht mehr durch einfachen Spam oder Kauf zu bekommen. Webmaster vertrauenswürdiger Seiten waren sich langsam ihrer Macht bewusst und boten Backlinks zu durchaus horrenden Preisen an. Oder man verzichtete komplett auf fremde Backlinks.

Als Trust-Seiten gelten seitdem Wikipedia, große Verlagsableger wie Zeit, Spiegel oder FAZ, große Brands, Universitäten oder auch Autoritäten.

 

Spätestens seit dem Hummingbird Update von Google ist klar, wohin Googles Reise zukünftig gehen wird: Weg vom Bewertungskriterium Backlink und hin zu einer linkfreien virtuellen Welt. MOZ.com liefert dazu einen schönen Ausblick in die Zukunft.

Aber auch Matt Cutts vom Googles Webspam-Team erklärt in diesem Video den Wandel der Bedeutung von Backlinks:

Linkaufbau ist heutzutage immer weniger nachhaltig. Sie brauchen sehr viele Ressourcen um ein konstantes Link-Bild zu entwickeln und aufrecht zu erhalten. Besonders beim Linkaufbau von Foren-Backlinks muss man mit permanentem Wegfall von Links rechnen. Foren-Threads werden geschlossen, Links werden auf Grund von Spam gelöscht oder komplette Foren stillgelegt. Da diesen Linkaufbau theoretisch jeder Internet-User betreiben kann, ist man sich als SEO unschlüssig, wie Google die Links überhaupt bewertet. Im besten Fall generieren diese Backlinks Traffic für die eigene Seite. Wobei man dazu sehr auf die Themenrelevanz der Foren achten muss, da sich sonst die Absprungrate der eigenen Seite stark erhöhen kann.

Beste Lösung: Natürliche Backlinks generieren

Über Social Media Kanälen wie Facebook oder Twitter kann man keine direkte Domain-Power abfassen. Aber man kann gute Markenkommunikation betreiben. Und diese wiederum kann dann zu tatsächlich natürlichen Backlinks führen. Die Stärkung Ihrer Social Media Kanäle bringt nicht nur den direkten Kundenkontakt mit sich, sondern kann auch einen Backlink generieren. Dann ist Ihre Marke oder Produkt in Gespräch und bekommt vielleicht sogar einen natürlichen Backlink in dem einen oder anderen Forum.

Blick in die Glaskugel

Niemand kann jetzt schon sagen, wie die Zukunft aussehen wird. Viele Experten sind sich jedoch heute schon sicher: Backlinks befinden sich auf dem absteigenden Ast. Marcus Tandler von OnPage.org äußerte sich bereits mehrfach zur Wirkungslosigkeit vom bloßen Linkaufbau:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Google sicher nicht seinen Algorithmus komplett ändern wird und Backlinks zukünftig gar keine Bedeutung mehr haben werden. Sie bleiben auch weiterhin die Basis, doch Googles Bestreben ist und bleibt es, die Seiten die höchste Relevanz zuzusprechen, die auch die aus Usersicht besten Ergebnisse liefern und nicht die, mit dem größten SEO-Budget für Linkaufbau. Daher liegt die Zukunft definitiv in den Punkten: Content-Marketing, App-Seo und Social Media Marketing.

Über den Autor: 

Patrick Franke ist Online-Marketing Spezialist bei der Internetagentur WEBneo in Dresden. Seit seiner Masterarbeit in Germanistik an der TU Dresden beschäftigt er sich mit Online-Marketing, vor allem in den Bereichen SEO, SEA und E-Commerce.

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