K5 Berlin 2026 E-Commerce Konferenz: Recap von Martin Ritter

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Die K5 Berlin 2026: Zwischen China, KI und Commerce der Zukunft

Die K5 Future Retail Conference in Berlin zählt zu den wichtigsten E-Commerce- und Handelsveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Jedes Jahr treffen sich hier Händler, Technologieanbieter und Branchenexperten, um über aktuelle Entwicklungen, neue Geschäftsmodelle und die Zukunft des digitalen Handels zu diskutieren.

Auch in diesem Jahr bot die K5 wieder jede Menge spannende Impulse, inspirierende Vorträge und interessante Gespräche. Das sind meine Highlight-Themen der K5 2026:

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    China als wachsende Konkurrenz

    Ein zentrales Thema der Konferenz war die zunehmende Wettbewerbsstärke chinesischer Unternehmen. Das Label „Made in China“ hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Während chinesische Produkte früher in der Regel mit minderwertiger Qualität verbunden wurden, liefern viele Hersteller heute Produkte, die rund 90 % der Qualität europäischer Anbieter zu lediglich 60 % der Kosten erreichen.

    Deshalb entwickelt sich „Made in China“ in vielen Kategorien zunehmend zum neuen „Made in Germany“. Die Innovationsgeschwindigkeit, die Effizienz der Produktionsprozesse und die konsequente Digitalisierung verschaffen chinesischen Unternehmen erhebliche Wettbewerbsvorteile.

    Dennoch gibt es einen wichtigen Bereich, in dem europäische Anbieter immer noch punkten können: das Einkaufserlebnis. Das Verständnis für lokale Märkte, kulturelle Besonderheiten und die Bedürfnisse deutscher Kunden ist vielen chinesischen Anbietern noch nicht ausreichend bekannt.

    Gerade im persönlichen Kundenservice und Support liegen deshalb große Chancen für europäische Unternehmen. Ebenso wie bei der eigenen Markenstory, die durch Storytelling zur langen Historie, den eigenen Werten und klaren USPs Lust auf europäische Produkte macht.

    China als Konkurenz
    Social Commerce

    Social Commerce: Relevanz schlägt Sichtbarkeit

    Ein weiterer Megatrend ist die rasante Entwicklung des Social Commerce. So ist TikTok aktuell der weltweit am schnellsten wachsende Shopping-Kanal und verändert das Konsumverhalten grundlegend.

    Dabei verschiebt sich der Fokus vom klassischen Such-Commerce (Search) hin zum Entdecker-Commerce (Discovery). Kunden suchen Produkte immer seltener aktiv. Stattdessen werden ihnen passende Produkte in Social-Media-Kanälen durch Algorithmen und künstliche Intelligenz vorgeschlagen. Die Relevanz der Inhalte wird dabei wichtiger als deren reine Sichtbarkeit.

    Für Marken bedeutet das einen Paradigmenwechsel: Erfolgreich ist künftig nicht mehr nur derjenige, der bei Google gefunden wird, sondern auch derjenige, der die Aufmerksamkeit seiner Zielgruppe in den sozialen Medien gewinnt und ihr relevante Inhalte liefert.

    Agentic Commerce: Kaufen statt shoppen

    Große Aufmerksamkeit erhielt auch das Thema „Agentic Commerce“. KI-Agenten werden zukünftig möglicherweise eigenständig Produkte recherchieren, vergleichen und sogar direkt für uns bestellen!

    Für standardisierte Produkte bietet dies enorme Vorteile. Wer genau weiß, welches Produkt benötigt wird, kann den Einkaufsprozess mit Agentic Commerce erheblich beschleunigen und vereinfachen.

    Gleichzeitig wurde auf der K5 aber deutlich, dass Agentic Commerce zwar den Kaufprozess optimiert – nicht jedoch das eigentliche Shopping-Erlebnis. Denn Emotionen, Inspiration und die Freude am Entdecken neuer Produkte bleiben dabei auf der Strecke.

    Die Zukunft des E-Commerce wird deshalb meiner Meinung nach nicht ausschließlich auf Effizienz ausgerichtet sein. Erfolgreiche Händler werden auch weiterhin Erlebnisse schaffen können, die Menschen begeistern und diese emotional an ihre Marken binden. So wird es neben dem Agentic Commerce immer auch einen „Emotional Commerce“ geben, in dem positive Gefühle wichtiger sind als effiziente Prozesse.

    Agentic Commerce
    Steigende Kosten in der Kundenakquise

    Steigende Kosten in der Kundenakquise

    Viele Händler stehen aktuell vor der Herausforderung, dass die Kosten für die Neukundengewinnung immer weiter steigen. Ein wesentlicher Treiber ist dabei die zunehmende Flut an KI-generierten Inhalten, die täglich auf uns Konsumenten einwirkt.

    Die Folge: Aufmerksamkeit wird knapper und die Aktivierung potenzieller Kunden schwieriger und damit teurer. Wer heute erfolgreich wachsen möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf Neukundengewinnung setzen!

    Kundenbindung und Reaktivierung sind eigentlich kein neues Thema, sie erleben aber unter diesen Bedingungen eine Renaissance. Bestehende Kundenbeziehungen werden zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Besonders Kanäle wie E-Mail-Marketing, Newsletter und Retargeting-Kampagnen bei Google und Meta bieten hier großes Potenzial, um Kunden langfristig zu aktivieren und erneut zum Kauf zu bewegen.

    Digitalisierung von Geschäftsprozessen mit KI

    Kaum ein Thema war auf der K5 präsenter als künstliche Intelligenz. Dabei ging es nicht nur um neue Anwendungen im Marketing oder Vertrieb, sondern vor allem um die Optimierung interner Geschäftsprozesse.

    Durch den gezielten Einsatz von KI lassen sich Kosten senken und Prozesse gleichzeitig beschleunigen. Entwickler, Designer, SEO-Experten oder Marketingmanager werden aber durch KI-Agenten nicht ersetzt, sondern können ihre Produktivität erheblich steigern. Sie schaffen schlichtweg mehr in derselben Zeit.

    Der Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch nicht allein in der Einführung von KI-Technologien. Unternehmen benötigen klare Strukturen, Guidelines und definierte Prozesse. Zudem bleibt der Mensch „in the loop“ als Qualitätsprüfer unverzichtbar. KI liefert Geschwindigkeit und Effizienz – die Verantwortung für Qualität und strategische Entscheidungen bleibt weiterhin bei uns Menschen!

    Digitalisierung mit KI
    B2B Trends

    Trends im B2B-Commerce

    Auch im B2B-Bereich wurde deutlich, dass der Wettbewerbsdruck zunimmt. Steigende Kosten und sinkende Margen beschäftigen mittlerweile viele Unternehmen im Geschäftskundenumfeld.

    Gleichzeitig gibt es attraktive Wachstumsfelder: Besonders das Geschäft mit Ersatzteilen, Zubehör und Aftermarket-Produkten bietet weiterhin vergleichsweise hohe Margen und stabile Nachfrage.

    Hinzu kommt ein Generationswechsel auf Einkaufsseite. Neue strategische und operative Einkäufer bringen eine deutlich höhere digitale Affinität mit und erwarten moderne, komfortable Bestellprozesse.

    Für viele Unternehmen eröffnet sich dadurch die Chance, E-Commerce als zusätzlichen Vertriebskanal zu etablieren. Insbesondere die Digitalisierung und Automatisierung des Aftermarket-Geschäfts bieten enormes Potenzial. Moderne Shop-Systeme wie Shopware oder Shopify ermöglichen einen schnellen und effizienten Einstieg in den digitalen Vertrieb.

    Partnertreff vor Ort

    Und natürlich durften auch zahlreiche Treffen und spannende Gespräche mit unseren Technologiepartnern wie JTL-Software und Xentral ERP nicht fehlen. JTL, als Anbieter für WaWi und Online-Shops, entwickelt sich stark in Richtung KI. So sollen durch AI Geschäftsprozesse zukünftig stärker automatisierbar sein und mithilfe von BI (Business Intelligence) können Shopbetreiber ihr Sortiment und ihre Preise leichter optimieren.

    Einen ähnlichen Weg schlägt Xentral ein, der ebenfalls ein ERP-Anbieter ist. Allerdings setzt dieser ausschließlich auf modernere Cloud-Technologie und kann dadurch KI-Applikationen leichter und schneller integrieren. Welchen konkreten Mehrwert die KI-Applikationen im Tagesgeschäft bieten, muss sich erst noch zeigen.

    JTL Partnertreff

    Fazit: Mut schlägt Perfektion

    Wenn es eine zentrale Lektion gibt, die ich von der K5 und den Entwicklungen in China mitnehme, ist es diese: Digitaler Mut ist wichtiger als deutsche Perfektion.

    Vor allem asiatische Unternehmen setzen nicht auf perfekte Lösungen, sondern auf Geschwindigkeit. Sie testen neue Ideen frühzeitig, akzeptieren 80 % statt 100 % und optimieren kontinuierlich auf Basis der gelernten Erfahrungen. Dieses sogenannte „Fail Faster“-Prinzip ermöglicht es, Innovationen schneller auf den Markt zu bringen und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.

    Ich verlasse die K5 mit zahlreichen spannenden Eindrücken, wertvollen Gesprächen und etlichen neuen Ideen für die Zukunft.

    Ein großes Dankeschön an die Organisatoren für dieses tolle Event. Ich werde jetzt an meinem Mut arbeiten und freue mich schon auf die K5 im Jahr 2027!

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