ETA - Erweiterte Textanzeigen bei Google AdWords

adwords_logoDer erste historische Meilenstein für Googles Bezahl-Anzeigen wurde im Jahr 2000 gelegt, als Google AdWords in den Betatest ging. Seitdem ist viel passiert. Aus dem damals im Test befindenden Onlinedienst ist eines der wichtigsten, finanziellen Standbeine der Firma geworden. Im Suchmaschinenmarketing ist Google AdWords nicht mehr wegzudenken. In diesem 16-Jährigen Werdegang wurde die Anzeige um die Möglichkeiten des genauen Targetings, zusätzliche Anzeigeformen (Videos, Google Shopping) und weiteren Individualisierbarkeiten der Anzeige erweitert. Zuletzt wurden die Textanzeige von Googles rechter Spalte entfernt. Das grundlegende Format der Textanzeige hingegen ist in den Jahren unverändert geblieben und offensichtlich auch nach Googles Geschmack etwas eingestaubt. Ein verändertes Format für Textanzeigen sollte her und frischen Wind in die staubige Werbelandschaft bringen. Das Ergebnis dieser Bemühungen sind die ETAs oder auch "Erweiterte Textanzeigen", die am 26 Juli. weltweit ausgerollt wurden.

ETAs / Erweiterte Textanzeigen – mehr ist mehr

Im Entwicklungsprozess dachten sich die Verantwortlichen wohl „mehr ist mehr“ und die neue Anzeige ward geboren, die ganze 2 Anzeigetitel à 30 Zeichen, eine Beschreibung à 80 Zeichen und eine URL mit bis zu 2 Pfadelementen à 15 Zeichen zusätzlich zur Toplevel-Domain zulässt.

Im Vergleich: Das betagte Format konnte nur mit einem Titel à 25 Zeichen, 2 Zeilen Anzeigentext à 35 Zeichen und einer URL aus 35 Zeichen dienen. Da Bilder bekanntlich mehr sprechen als tausend Worte hier das Ganze noch mal verdeutlicht durch Googles anschaulicher Grafik:

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Textanzeigen im Vergleich

Jeder mathematisch versierte erkennt sogleich – der Anzeigetext wird (unter Vernachlässigung der URL) um ganze 45 Zeichen bereichert. Doch was bringt diese Veränderung für den Werbenden mit sich?

Effekte der erweiterten AdWords Textanzeigen

So klein die Veränderung auch scheinen mag, Google prophezeit eine bessere Klickrate aufgrund des höheren Informationsgehalts, die eine um 45 Zeichen längere Textanzeige mit sich bringt. Wie viel an dieser Aussage dran ist, gilt es im praktischen Einsatz der ETAs zu prüfen. Aktive Tester aus der Praxis berichten von gemischten Ergebnissen.  Von Google selbst veröffentlichte Fallstudien sprechen von bis zu 2-facher Erhöhung der Klickraten. Unabhängige Quellen beobachten allerdings teilweise sogar negative Entwicklungen. Ein Erklärungsversuch ist der Fakt, das Werbende den zusätzlichen Platz noch nicht optimal nutzen und Texte noch zu optimieren sind.

Was hingegen schon mit Sicherheit gesagt werden kann, ist, dass längere Anzeigentexte auch zu längeren Anzeigen führen:

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Längenunterschied der Anzeigen

Der Effekt, der sich damit einstellt, ist analog zu der Änderung der Anzeigen auf Googles rechter Seite. Diese sind Anfang dieses Jahres weggefallen und die Anzahl der bezahlten Suchergebnisse über den organischen ist gestiegen. Schon zu diesem Zeitpunkt sind die organischen Suchergebnisse weit nach unten gerückt. Die jüngste Änderung forciert diese Verdrängung noch weiter.

Fazit

Beschäftigen muss man sich mit den erweiterten Textanzeigen in der Zukunft gezwungenermaßen. Immerhin können ab dem 26.10.2016 keine Anzeigen im alten Format erstellt werden. Nichtig werden die alten Varianten jedoch nicht. Diese bleiben in Koexistenz neben den ETAs bestehen und können weiterhin geschaltet bleiben. Dies könnte gerade mit Hinsicht auf die (noch) durchwachsene Performance des neuen Formats von Vorteil sein. Allerdings ist davon auszugehen, dass mit der richtigen Textoptimierung zukünftig deutlich bessere Klickraten erzielt werden. Für uns als Online Marketing Agentur und auch für andere Werbetreibenden, gilt es daher den Umgang mit den erweiterten Textanzeigen zu optimieren und den zusätzlichen gewonnenen Raum zur Kommunikation gewinnbringend zu nutzen.

Über den Autor: 

Patrick Franke ist Online-Marketing Spezialist bei der Internetagentur WEBneo in Dresden. Seit seiner Masterarbeit in Germanistik an der TU Dresden beschäftigt er sich mit Online-Marketing, vor allem in den Bereichen SEO, SEA und E-Commerce.